Geschichte & Technik der “Bergedorf”
Die Lebensgeschichte der D.E.S. Bergedorf
In den Jahren 1952 bis 1969 wurden von der HADAG ca. 30 Fährschiffe des Typs II und III bei verschiedenen Werften in Auftrag gegeben. Die Fährschiffe erhielten einen dieselelektrischen Antrieb, der wegen der schnellen Umsteuerbarkeit der E-Motoren eine gute Manövriereigenschaft garantierte. Heute würden für derartige Schiffe Verstellpropeller zum Einsatz kommen.
Die Schiffe wurden überwiegend für den Personenverkehr im Hamburger Hafen zu den Liegeplätzen der Seeschiffe und Werften eingesetzt. An Wochenenden, Feiertagen und außerhalb der Personenbeförderung im Hamburger Hafen sind diese Schiffe auch im Ausflugsverkehr auf der Unterelbe eingesetzt worden.
Als die Schiffe in Dienst gestellt wurden befand sich eine 4-köpfige Besatzung, bestehend aus Schiffsführer, Maschinist und 2 Decksleuten an Bord.
Infolge von Kosteneinsparungen wurden die Schiffe nachträglich mit einer Maschinenüberwachung ausgerüstet, sodass der Maschinist eingespart werden konnte.
Später wurde dann auch ein Decksmann eingespart, sodass die Schiffe zuletzt mit einer 2-Mann-Besatzung gefahren wurden.
Ende der 70er Jahre wurden die ersten Schiffe ausgemustert, d. h. sie wurden verkauft oder verschrottet.
Heute hat die HADAG noch 4 Schiffe des Typs III in Fahrt.
Die von der HADAG verkauften Schiffe trifft man auf der ganzen Welt. So ist z. B. die ex „JUNFERNSTIEG“ in der Karibik im Einsatz. Die ex „HARBURG“ fährt als „BATROS“ auf Teneriffa. Mehrere Schiffe sind im Hafen von Lissabon als Fährschiffe eingesetzt, weitere Schiffe wurden nach Israel, Griechenland und in die Türkei verkauft.
Die „BERGEDORF“ ist das letzte bei der HADAG in Fahrt befindliche Schiff vom Typ IIIb gewesen und wurde am 01. September 1997 vom neuen Eigner Just Kleinhuis für den Museumshafenverein Oevelgönne übernommen.
Nach einer gründlichen Werftüberholung und dem Einbau eines Cafés ist die “BERGEDORF” am 07. Dezember 1997 zum Museumshafen verholt worden.
Die „BERGEDORF“ soll als voll funktionsfähiges Museumsschiff in Fahrt bleiben. Um die Fahrterlaubnis für das Schiff aufrechtzuerhalten, sind in festgelegten Zeitabständen die einzelnen Maschinen und auch das Schiff der SUK (vergleichbar mit dem TÜV für Kraftfahrzeuge) vorzuführen. Wie bei einem Kraftfahrzeug müssen auch alle Änderungen am Schiff, wie z. B. der Einbau des Speisenaufzugs oder des Fettabscheiders genehmigt und abgenommen werden.
Alle Arbeiten, die zur Aufrechterhaltung des fahrfähigen Schiffsbetriebs durchgeführt werden müssen, sowie die anfallenden Reparaturen und Wartungsarbeiten, werden von Mitgliedern des Museumshafenvereins ehrenamtlich getätigt.
D.E.S „Bergedorf“ – in Kürze
Technische Daten: Schiffstyp HADAG Fährschiff Typ IIIb Baunummer 839
Bauwerft H. C. Stülcken Sohn – Hamburg
Baujahr 1954 / 1955
Baumaterial Stahl/Rundspant genietet
Jahr der Restaurierung 1997
Länge 30,10 m
Breite 7,50 m
Tiefgang 3,18 m
Gewicht 266 t
Passagiere 607 im Hafen
489 bis Glückstadt
367 bis Cuxhaven
Hauptmaschine 380 PS – 500 UPM
Elektroantrieb 240 kW – 400 V Gleichstrom
Hafengenerator 17,5 PS – 1.100 UPM
Propellermotor 300 PS – 1.250 UPM
Propeller linksdrehend – 2,15 m
Stromversorgung 110 V Gleichstrom
Eigner Just Kleinhuis
Heimathafen Hamburg – Oevelgönne


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